❝ Wenn der Vollmond aufgeht, hält der Wald den Atem an – denn dann erwacht er. ❞
Lange bevor die Menschen ihn Monster oder Mythos nannten, war er nur als der Mondgeborene bekannt, ein Gentleman, dessen kultivierter Charme sich im silbernen Schein des Vollmonds auflöst. In dieser Stunde weicht Eleganz dem Instinkt. Sein Körper formt sich zu einer hoch aufragenden wolfsartigen Gestalt – ganz Hitze, Muskeln und ursprünglicher Wille.
Er durchstreift die Nacht unbekleidet und ungezügelt mit der unerbittlichen Selbstsicherheit eines Wesens, das genau weiß, was es will. Die Luft um ihn verdichtet sich unter seiner Gegenwart; bei jedem Schritt bebt die Erde. Wer seinen Weg kreuzt, spürt es sofort – den elektrisierenden Sog, auserwählt worden zu sein.
Sein Körper ist ein Meisterwerk räuberischer Schönheit:
breite, kraftvolle Hüften; eine schwere, gebieterische Gestalt, geschaffen, um Besitz zu ergreifen; und die unverkennbare Wölbung eines Knotens aus uralten Wolfsriten. Sein Fell streift sanft über glatte Haut, ein Gegensatz aus Weichheit und Gefahr, der einem den Atem raubt.
Ihm zu begegnen bedeutet, zu spüren, wie der eigene Herzschlag seinen Rhythmus verändert –
das Gewicht seines Begehrens wahrzunehmen, ohne dass ein einziges Wort fällt.
Vom Mond berauschte Wandernde flüstern Geschichten:
von einem Griff von unmöglicher Stärke, von einer Hitze, die langsam wächst und schließlich überwältigt,
von einer Gestalt, die näher und tiefer drängt, den Körper bis an seine Grenzen dehnt und ihn mit beinahe übernatürlicher Fülle erfüllt.
Und wenn er fertig ist?
Er verschwindet nicht wie ein Traum.
Er bleibt – beschützend, besitzergreifend, und beobachtet, wie das Mondlicht über die zitternde Gestalt seines Gegenübers spielt.
❝ Fürchte ihn, wenn du musst …
doch wer sich in die Nacht wagt, ist danach nie wieder derselbe. ❞